Heimathafen darf nicht in Seenot geraten
Der Heimathafen Neukölln hat vor drei Jahren in einem leerstehenden Ladenlokal in der Richardstraße angefangen. Seit einem Jahr ist der Heimathafen nun im Saalbau in der Karl-Marx Straße vor Anker gegangen und bietet seitdem anspruchsvolles Volkstheater mit starkem Neuköllnbezug. Das Projekt Heimathafen bedient die verschiedensten Zielgruppen und Kulturen und ist damit – genau wie Neukölln – ein Ort des Austausches und der Vielschichtigkeit.
Mit dem Doppelhaushalt 2010/2011 wurde aus Einspargründen beschlossen den Saalbau seither zu verpachten und somit zu privatisieren. Nach Verhandlungen ging der Zuschlag dann an den Heimathafen, jedoch unter dubiosen Konditionen. Dies wurde bei einer Begehung vor Ort und einem direkten Austausch zwischen der Geschäftsführung des Heimhafens und dem Wirtschaftsausschuss Anfang Oktober deutlich.
So ist der Heimathafen vertraglich verpflichtet, dem Kulturamt die Spielstätte an insgesamt 100 Terminen (70 Tages- und 30 Abendveranstaltungen) kostenfrei zur Verfügung zu stellen und die Spielstätten veranstaltungsgerecht herzurichten, was im Einzelfall neben Personal- auch mit weiteren Sachkosten verbunden ist. Darüber hinaus fehlten wichtige Unterlagen bei der Übergabe durch das Bezirksamt.
Im Rahmen einer baulichen Sanierung bekommt der Heimathafen nun erfreulicherweise Mittel aus der Lotto-Stiftung, mit der Voraussetzung, dass sie einen mindestens zehn Jahre gültigen Mietvertrag vorweisen können. Der Bitte nach einem neuen Vertrag sind das Bezirksamt und auch die Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch nachgekommen und haben in einer Dringlichkeits-Entschließung fast einstimmig einer Erneuerung und Neuauslegung des Vertrages mit fairen Konditionen zugestimmt.
Obwohl damit der Heimathafen nun hoffentlich in ruhigere Gewässer steuern kann, bleibt ein fader Beigeschmack und die Frage, wie es zu einem solchen Vertrag kommen konnte.
